Gesellschaftsform: Unternehmergesellschaft (UG)


Gesellschaftsform: Unternehmergesellschaft (UG)
Bild: ©RainerSturm / pixelio.de

Seit November 2008 gilt in Deutschland das „Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen“. Hiermit wurde ergänzend zur bekannten Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) die Unternehmergesellschaft UG, eingeführt.

Damit ist es möglich, eine Gesellschaft ohne ein hohes Stammkapital zu gründen. In der GmbH haften die Gesellschafter mit ihrem Vermögen bis zur Höhe des eingezahlten Stammkapitals, also mindestens mit 25.000 Euro. Da bei der UG ein Stammkapital von nur 1 Euro vorgeschrieben ist, für das ebenfalls gehaftet werden muss, ist diese Gesellschaftsform sehr gründerfreundlich. Die UG ist eine Unterform der GmbH, auf die Haftungsbeschränkung muss im Namen hingewiesen werden. Ansonsten gelten alle anderen Vorschriften des GmbH-Gesetzes, auch die Körperschafts- und Gewerbesteuerpflicht, Handelsregisteranmeldung und Bilanzierungsverschriften.

Die Gründung einer UG ist für einen Neu-Unternehmer einfach. Das Gesetz sieht ein standardisiertes Verfahren vor, ein sogenanntes Musterprotokoll. Es umfasst einen Gesellschaftsvertrag und eine Gesellschafterliste. Der Notar muss dann nur noch beurkunden. Und da sich die Gebührenhöhe nach der Höhe des Stammkapitals richtet, entsteht hier eine enorme Kostenersparnis. Das Musterprotokoll für eine UG kann im Internet heruntergeladen werden. Das „fehlende“ Stammkapital muss jedoch in den Folgejahren angespart werden. Ein Viertel des jährlichen Gewinns darf so lange nicht ausgeschüttet werden darf, bis 25.000 € Stammkapital erreicht sind.

Weitere Rechtsformen in Deutschland

Im deutschen Gesellschaftsrecht unterscheidet man zwischen Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Bei Einzelunternehmen ist der Unternehmer der Inhaber und Geschäftsführer in einem. Er haftet mit seinem Privatvermögen. Zu den Personengesellschaften gehören u.a. die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die Offene Handelsgesellschaft (OHG) und die GmbH & Co. KG. Die Gesellschafter regeln ihre Angelegenheiten in einem Gesellschaftsvertrag. Sie haften aber auch immer mit ihrem gesamten Privatvermögen. Die GmbH und die Aktiengesellschaft (AG) sind Kapitalgesellschaften. Gesellschafter haften nur bis zur Höhe ihrer Einlage. Bei der GmbH ist das der Anteil des Gesellschafters am Stammkapital, in der AG der aktuelle Aktienwert im Depot.

Die richtige Gesellschaftsform hat für jedes Unternehmen große Bedeutung. Haftungsfragen, Beteiligung am Firmengewinn und nicht zuletzt die künftige Steuerbelastung sind zu beachten. Empfehlenswert ist eine ausführliche und individuelle Information zu diesem Thema, z.B. im Rahmen einer Existenzgründerberatung oder bei einem Steuerberater.


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