Interview mit den Gründern von Couchfunk


Interview mit den Gründern von Couchfunk

Zwei junge Herren, Frank Barth und Uz Kretzschmar, Gründer von Couchfunk beantworten heute unsere Fragen im Rahmen unserer Interviewreihe auf startedup.

Wer seid ihr und wie habt ihr zueinander gefunden und wie seid ihr auf die Geschäftsidee gekommen?

Frank Barth: Wir, das sind zum einen Uz Kretzschmar und ich, die beiden Gründer von Couchfunk. Wir kennen uns schon seit ein paar Jahren durch die gemeinsame Arbeit in der Innovationsabteilung eines großen ITK-Unternehmens. Irgendwann hatte ich Uz eine Shopping-TV-App für das iPad gezeigt. Wir haben diesen Ansatz dann um den Aspekt Social Media ergänzt und auf alle Sendeformate ausgeweitet. Wir sind beide sehr schnell darauf gekommen, dass das etwas Großes werden kann, wenn wir die Dynamik der Diskussionen im Social Web bündeln und visualisieren. Nach zehn Tagen hatten wir die erste Präsentation fertig. Und die Eckpunkte aus dieser Präsentation sind noch heute gültig.

Was genau ist das Konzept von Couchfunk und wie lange gibt es das Projekt schon?

Uz Kretzschmar: Im Grunde ist es ganz einfach: Es geht um den „Hast du das gesehen?“-Moment. Die Leute unterhalten sich über das Fernsehprogramm des Vortages, seit es Fernsehen gibt. Morgens auf dem Schulhof, bei der Arbeit oder abends, wenn man sich mit Freunden trifft. Mit Social Media fügen wir nun eine Echtzeit-Komponente hinzu, indem die Nutzer sich über Laptop, Tablet oder Device parallel zum laufenden Programm mit ihren Freunden und ihrer Timeline der sozialen Netzwerke austauschen. Das System aggregiert diesen Austausch und die Diskussionen und ergänzt sie um Hintergrundinformationen zum Programm, um einen weiteren Mehrwert für den Nutzer zu bieten.

Frank Barth: Die Idee zu Couchfunk und der Gründung gab es schon länger. Im Oktober 2011 sind wir dann mit unserer App gestartet – und wir sind sehr stolz darauf damit der First Mover in Deutschland zu sein.

Wie habt ihr euch bisher finanziert?

Uz Kretzschmar: Der Technologiegründerfonds Sachsen ist von unserem Geschäftsmodell überzeugt und hat einen signifikanten sechsstelligen Betrag in Couchfunk investiert. Damit können wir unsere Position an der Spitze der Entwicklung weiter so schnell ausbauen. Gegründet haben wir Couchfunk mit eigenen Mitteln. Es gab weder die Zusage eines Ventrue-Capital-Gebers, noch hatten wir die Hilfe eines Inkubators. Wir wollten unsere Begeisterung für die Idee so schnell wie möglich in die Tat umsetzen, um direkt durchstarten zu können. In den darauf folgenden Gesprächen mit Investoren haben diese Begeisterung und die klare Strategie das Vertrauen der Geldgeber gewonnen.
Für die Zukunft haben wir schon ganz konkrete Vorstellungen für die weitere Monetarisierung. Wir wollen Couchfunk so positionieren und weiterentwickeln, dass wir über Display-Werbung, Affiliates und neue Sonderformen Umsätze generieren können.

Was sind die bisher größten Herausforderungen gewesen und welchen Tipp habt ihr für Leute, die gründen wollen oder gerade erst gegründet haben?

Uz Kretzschmar: Die größte Herausforderung war sicherlich die Gründung in Eigenregie zu stemmen. Aber es war auch die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Sich bewusst für den Weg des Gründers zu entscheiden ist wie ein Sprung ins kalte Wasser. Man hat Angst davor, aber es ist ein unheimlich erfrischendes Gefühl, wenn man es erst einmal gemacht hat. Wir haben an die Idee geglaubt und dieses Ziel auch sehr konzentriert verfolgt. Und tun es ja immer noch (lacht). Natürlich haben wir in dieser Zeit auch den einen oder anderen Fehler gemacht, weil wir es nicht besser wussten. Aber ich glaube, dass Gründer und Entrepreneure sowohl aus ihren Erfolgen wie auch ihren Fehlern lernen müssen. So schön es ist nur Erfolge vorweisen zu können: rauszukriegen, warum etwas schief gelaufen ist, um es dann besser zu machen, ist oftmals noch spannender.

Wie sieht es mit der Konkurrenz auf dem deutschen Markt aus und was ist euer USP?

Frank Barth: Der deutsche Markt ist noch unglaublich jung, was Social TV betrifft. Sender und Programmmacher sind noch dabei sich zu orientieren, was es an Möglichkeiten geben könnte, um Social Media einzubinden. „The Voice of Germany“ hat zum Beispiel erste Ansätze gezeigt, aber das ist noch unendlich weit davon entfernt von dem, was man in den USA oder Großbritannien und auch Indien schon sehen kann und was wir uns auch vorstellen.
Unser USP ist es, die Dynamik der aggregierten Diskussionen in Social Media so in unserer App zu visualisieren, dass es den Usern Spaß macht. Dass sie so mit ihren Freunden diskutieren können, als säßen sie alle auf der gleichen großen Couch.
Was den deutschen Markt betrifft, sind die möglichen Anwärter noch in der Findungsphase. Wir behalten unsere Konkurrenten allerdings sehr genau im Auge. Allerdings haben wir nach nunmehr sieben Monaten auf dem Markt gute Kontakte zur deutschen TV- und Werbebranche aufgebaut. Wir sind die einzigen, die in dem Umfeld schon so lange Erfahrungen sammeln konnten: Mit den Inhalten, den Werbetreibenden und vor allen den Nutzern von Couchfunk.

Uz Kretzschmar: Außer unseren Erfahrungen bauen wir intensiv darauf auf mit unserer Community zu wachsen.. Wir stehen im regen Austausch mit unseren Nutzern und fragen immer wieder nach, was sie sich noch wünschen, um besser zu werden. Das hat uns in der Vergangenheit schon viele wichtige Erkenntnisse gebracht, die wir umsetzen konnten und in die App eingebaut haben. Wir wollen nicht nur die Besten sein. Unser Ziel ist ein Angebot, das die User mit Freude nutzen, annehmen und guten Gewissens weiterempfehlen.

Wo seht ihr Couchfunk in einem Jahr?

Uz Kretzschmar: Gemäß unseren Vorstellungen sind wir mit Couchfunk noch lange nicht am Ende. 2012 ist ein Jahr voller großer Events im Fernsehen, angefangen bei den Oscars über den Eurovision Song Contest bis hin zu den sportlichen Großereignissen Europameisterschaft 2012 oder auch Olympia in London. Und da wird Couchfunk versuchen vorne mitzuspielen und den Usern beste Unterhaltung bieten. Wir haben noch eine ganze Menge Ideen auf Lager, die wir nach und nach einbauen und in die Entwicklung integrieren wollen. Dazu gehören nicht nur die Werbemodelle, die fast schon als klassisch gelten, sondern auch die Etablierung von ‚empathischer Werbung‘, die dem Programm und Kontext zugeordnete, passende Werbung im System als Update einblendet. So gesehen wollen wir in einem Jahr einen großen Schritt nach vorne gemacht haben, um dann zurückzublicken und zu sagen: „Wir haben unseren Teil beigetragen, um Social TV in Deutschland voranzutreiben.“

Das Team von StartedUp bedankt sehr bei den jungen Gründern von Couchfunk und wünscht weiterhin viel Erfolg.


Kommentar hinterlassen