Thomas Heinrich von Photocircle im Interview


Thomas Heinrich von Photocircle im Interview

Wer seid ihr und wie habt ihr zueinander gefunden?

Als mir die Idee von Photocircle kam, wohnte ich mit Giuseppe, einem Freund von Sardinien, in unserer Kreuzberger WG. Nach der Entwicklung des Konzeptes fehlte mir noch der passende Partner, um die Idee technisch umzusetzen. Giuseppe schlug mir dann seinen Bruder Francesco vor. Der war sofort von der Idee begeistert und zog schon 2 Wochen später von Cagliari zu uns nach Berlin. Wir beide arbeiten seitdem Tag und Nacht an der Umsetzung unserer Vision.

Am gesamten Entwicklungsprozess von Photocircle waren und sind aber sehr viele Köpfe aus dem Freundes- und Bekanntenkreis beteiligt gewesen, für deren Hilfe ich unglaublich dankbar bin.
Mittlerweile ist es schon so, dass wir Initiativbewerbungen aus den unterschiedlichsten Ländern bekommen. Auf dem obigen Foto ist der derzeitige Kern des Teams zu sehen: Gianna, Thomas, Francesco, Ralph und Saskia.

Was genau ist das Konzept von Photocircle und wie lange gibt es das Projekt schon?

Wir legen gerade erst los und sind seid dieser Woche offiziell Online.

Unsere Idee ist eigentlich sehr simpel und doch auch revolutionär, weil es das Konzept bislang noch nicht auf dem Markt gibt und wir uns das große Ziel vorgenommen haben, den Fotomarkt umzukrempeln und gerechter zu gestalten.

Auf Photocircle soll das Motiv am Erfolg der Bilder beteiligt werden. Käufer können Bilder von talentierten oder aber auch schon berühmten Fotografen aus aller Welt auf Leinwand, Alu Dibond oder hinter Acrylglas kaufen oder aber eigene Bilder als Kunstdruck bestellen. Ein Teil des Verkaufserlöses fließt dann jeweils in soziale Projekte in der Region, in der das Bild gemacht wurde. Die Fotografen können selber entscheiden wie viel sie von ihrem Anteil spenden möchten, wobei der minimale Spendenanteil bei 30 % liegt. Zusätzlich spenden wir jeweils immer 6 % des Verkaufspreises. Der Kunde wiederum wählt einfach sein Lieblingsbild, sowie Format und Größe und das Projekt, das er gerne unterstützen möchte. Er bekommt dann sein individuelles Kunstwerk von uns nach Hause geliefert.

Wie seid ihr auf die Geschäftsidee gekommen?

Ich habe in den letzten Jahren mehrere längere Reisen in Lateinamerika und Asien gemacht. als Fotograf möchte man immer möglichst authentische Bilder machen und fotografiert häufig Menschen in ihren alltäglichen Lebenssituationen. Zurück in Berlin hatte ich dann häufig ein schlechtes gewissen besonders als ich nach meiner letzten Reise überlegte meine Bilder auf Online Plattformen zum Verkauf anzubieten. Ich dachte mir: Ist es vertretbar, dass ich mit Fotos Geld verdiene oder auch Anerkennung bekomme ohne das die Motive auf den Bildern auch nur davon wüssten geschweige denn profitierten? Ich fand nicht. So entstand dann die Idee von Photocircle. Sicherlich können wir auf Photocircle das Motiv nicht direkt am Erfolg beteiligen. Wir versuchen jedoch so nah wie möglich an dieses Ideal heranzurücken und hoffen bald Projekte sehr, sehr vielen Ländern weltweit unterstützen zu können. Was jedoch auch unser Ziel ist, ist eine bewusstere Wahrnehmung des Motives in der Fine Art Fotografie im Allgemeinen.

Als wir begannen Fotografen zu fragen, ob sie den teilnehmen wollten, bekamen wir sehr viele E-Mails, die uns in dem Vorhaben bestätigten. Viele sagten, dass Sie dieses Gefühl sehr gut kannten und sind nun froh, dass es Photocircle gibt und sie den Ländern, die sie bereist und lieben gelernt haben mit ihrer Arbeit zusätzlich etwas zurück geben könne.

Wie habt ihr euch bisher finanziert?

Wir haben bislang konequentes Bootstrapping durchgezogen und bekommen nun aber finanzielle Unterstützung von dem Europäischen Sozialfond, dem Berliner Senat und der Beuth Hochschule.

Was sind die bisher größten Herausforderungen gewesen?

Die größte Herausforderung war bislang die Entwicklung der Website. Wir hatten nicht große Ressourcen und haben lange Zeit daran getüftelt. Unser CTO Francesco hat da tolle Arbeit geleistet.

Wie sieht es mit der Konkurrenz auf dem deutschen Markt aus und was ist euer USP?

Es gibt schon einige Fotoplattformen, Galerien und auch Online Druckereien. Wir brauchen uns aber nicht verstecken. Kunden können bei uns wählen, ob sie lieber ein eigenes Bild hochladen und bestellen wollen oder aber ein Bild eines unserer Fotografen kaufen möchten.

Unsere Produkte haben absolute Premium-Qualität. Trotzdem sind wir preislich mehr als konkurrenzfähig und Kunden, die sich für uns entscheiden, tun mit ihrem Kauf auch noch etwas gutes.
Wir bieten also Top-Qualität zu sehr guten Preisen und ein absolut befriedigendes Shoppingerlebnis.

Wo seht ihr Photocircle in einem Jahr?

Wir wollen uns einen festen Platz auf den Online Fotomarkt erkämpfen. Wir hoffen, dass unsere Besucher schon bald sehen, was wir ihnen für klare Vorteile bieten, so dass wir so viele Projekte wie möglich unterstützen können.

Welchen Tipp habt ihr für Leute, die gründen wollen oder gerade erst gegründet haben?

Zu gründen war die beste Entscheidung, die ich in meiner beruflichen Laufbahn getroffen habe. Klar bedeutet Gründen viel Druck, Ungewissheit und teilweise auch Stress. Aber man ist sein eigener Chef. Wenn man etwas hat, hinter dem man zu 100 % steht, etwas was man selber entwickeln und aufbauen kann, entschädigt das für sehr vieles. In meinem alten Job habe ich mich morgens oft ins Büro gequält. Jetzt macht mir meine Arbeit Spaß. Es gibt so viele die tolle Ideen haben, sie dann aber leider nicht umsetzen, weil es zu viele Widerstände gibt. Ich kann nur raten: Einfach machen!


Comments (1)

 

  1. helene sagt:

    Photocircle klingt nach einem super Projekt.
    Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und werde euch weiterempfehlen. Es ist imemr schön zu sehen, wenn Menschen ihren Idealismus verwirklichen.

Kommentar hinterlassen